Grüße aus dem Lockdown

Dieses Jahr gab es nicht viel zu schreiben – wir alle wissen, warum. Bevor Henny zu Wort kommt, wünsche ich euch erholsame Feiertage, Gesundheit und ein 2021 mit Konzerten!

Chrissy

Hallo Freunde der Nitrogods. Es ist schon eine Weile her, dass wir hier was gepostet haben.

Deshalb dachte ich mir ich schreib Euch mal.

Durch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen haben wir, wie auch viele andere, eine ungewollte Pause. Zwar können wir die Zeit mit dem Schreiben und Aufnehmen neuer Songs nutzen, aber unsere Hauptbeschäftigung, die Live Auftritte, können wir seit Ende März mit wenigen Ausnahmen (Autokino) nicht mehr machen.

Das sind auch für uns drastische Einschränkungen. Sind wir doch seit unserer Gründung 2011 quasi ununterbrochen unterwegs gewesen.

Nun sind wir alle drei in der glücklichen Lage einen Job zu haben, den wir trotz Corona Lockdown noch ausüben können. Dies ermöglicht uns im Moment das wirtschaftliche Überleben. Und sobald sich das mit der Corona Krise erledigt hat, was ja wohl noch ne Weile dauern kann, wird die Maschine wieder rollen.

Oft bin ich in dieser Zeit auch gefragt worden, ob ich nicht an „Ohne uns wird´s still“ Kundgebungen teilnehmen wollte oder zumindest meine Solidarität mit der leidenden Kulturbranche in Form von gleich gestalteten Profilfotos z.B. auf Facebook & Co unter Beweis stellen würde.

Das kommt für mich persönlich nicht in Frage. Denn ich kann die Gründe, aus denen Live Auftritte in der gewohnten Form im Moment nicht stattfinden sollten, durchaus nachvollziehen.
Es ist keine Böswilligkeit oder ein Maulkorb uns Künstlern gegenüber, sondern eine temporäre Maßnahme, die dem Allgemeinwohl dient.

Und ehrlich gesagt, kenne ich nach fast 30 Jahren Versuch von der Musik zu leben, fast keinen Musiker, der nicht schon mal in der Situation war, dass er eben Arbeiten gehen musste, weil es grad nicht so lief.

Die Jungs, die so fett im Geschäft sind, dass sie dann öfter mit ihrem Lieblingspferd ausreiten oder Ihre Sportwagensammlung erweitern müssen, kann ich an 2 Händen abzählen.

Wer von uns Musikern hat nicht schon mal vorübergehend irgendwas ausfahren, aufbauen, reparieren, oder ein- bzw. aussortieren müssen?
Das ist nun mal das „Künstlerleben“. Man hat es sich ja selbst ausgesucht.

Also an die Wütenden: Kommt mal alle klar, bevor ihr zum Marsch auf Berlin blast, und Euch und auch allen Anderen eine stabile Gesundheit und ein frohes Fest!

PS: Das ist ausdrücklich nur meine Meinung. Ich spreche hier nicht für irgendwen anders.

Euer Henny Wolter