Mühlhausen, 20.10.2012

Mein erstes Nitrogods-Konzert. Thorsten hatte seinen Bruder Stefan und mich mittels CD und Videoclips schon auf die Nitrogods eingeschossen. Uns überzeugte der klare Sound, der Stil, die Verschiedenartigkeit der Songs auf der CD. Und Oimels Bart. Daher waren wir bei diesem Konzert gerne dabei, von Göttingen aus war es etwas über eine Stunde Fahrt durch vollkommen menschenleere Landschaft und Straßen.

Der Veranstaltungsort hieß Kulturfabrik „Ledernes Käppchen“ und brachte uns durch allerlei wilde Mutmaßungen zum Schmunzeln. Er entpuppte sich als gemütliche Rockkneipe gänzlich ohne Lederkappenträger, auf deren kleiner Bühne bei unserem Eintreffen schon die drei Jungs von den Nitrogods aufbauten. Da Thorsten die drei schon kennengelernt hatte, unterhielt man sich ein wenig über dieses und jenes, während der Laden sich füllte.

Die Nitrogods überzeugten mich als Liveband von der ersten Minute an. Klarer, knalliger Sound, abolute Beherrschung der Instrumente und vor allem aber jede Menge Spielfreude, die man vor allem Henny immer ansieht.

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Als Start gab es „Black Car Driving Man“, super als Einheizer. Die gesamte Playlist hab ich nicht mehr in Erinnerung, wohl aber, dass mir das Gitarrensolo von Henny bei „Drunk in Hell“ richtig gut gefiel und ich begeistert war, dass die sogar einen Blues Harp-Spieler für Whiskey Wonderland mitgebracht hatten. Und den „Mercury Blues“ kannte ich tatsächlich auch schon. Alten Blues-Kram hör ich auch so schon mal.

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Bei „Take It to the Highway“ war es so, dass mir das so bekannt vorkam, dass ich das gleich mitsang, obwohl ich ehrlich gesagt von „Thunderhead“ noch nie was gehört hatte. Ich rätsel seitdem, ob der Song einfach gut geschrieben und eingängig ist, oder ob ich den früher mal öfter irgendwo gehört hab. Ich habe sogar den ehemaligen DJ meiner Stammdisko „Exit“, ein herrlich finsterer Laden unter einer renommierten Selbstmörderbrücke (Müngstener Brücke), danach gefragt. Der kannte das nicht. Hm.

Nachdem wir uns zu „Wasted in Berlin“ und „Nice Boys“ noch mal richtig warmgetanzt hatten, während Langhaarige ihre Achten schwangen, war es auch schon vorbei. Hinterher standen wir noch in gemütlicher Runde zusammen und merkten, dass die Nitrogods noch nie in Nordrhein-Westfalen gespielt hatten (jetzt bitte unter „Unser Konzert – Nitrogods in Wuppertal weiterlesen, denn das hatte ein Nachspiel).

Mühlhausen 2012_3Ein ehrfurchtsvoll im Hintergrund herumlungernder Typ machte mich anschließend noch darauf aufmerksam, dass ich da gerade mit DEM Henny Wolter geredet hatte, unter einer Aufzählung von Gruppennamen, die ich noch nie zuvor gehört hatte, die ich aber höflich abnickte. „Ah ja, hm, is ja’n Ding“. Primal Fear zum Beispiel ist für mich ein guter Film mit Edward Norton. Nix für ungut.

Alles in allem gingen wir in dem Wissen, dass wir die Nitrogods nicht zum letzten Mal gesehen hatten, und so war es denn ja auch…

Chrissy

Fotos von Thorsten und Pim Hunke