Rebel Dayz – die absolut subjektive Live-Albumbesprechung von Stefan & Chrissy

Wir hatten die Ehre, eine der Belegexemplare des neuen Albums zu bekommen. Um mal eine etwas originellere Plattenkritik, gleichzeitig von zwei Leuten, abzuliefern, habe ich beschlossen, einfach die Kommentare mitzuschreiben, die Stefan und ich beim zweiten Hören so zu den einzelnen Songs abgeben. Das passierte zwar im Original nicht in der Albumreihenfolge („Mach erst nochmal das Staulied!“ „Tu mal die Ballade, das war 8!“), hier aber der Einfachheit halber für euch so wiedergegeben.

S = Stefan / C = Chrissy

  1. Breaking Loose

S: „Der klassische Opener! Das geht genau in die Richtung, die…“

C: „…jeder erwartet?“

S: „Reiht sich nahtlos in die Tradition der Album-Opener ein. Da wird der Fan direkt abgeholt.“

C: „Das Loshüpflied beim Konzert. Kurz von mir umgedichtet auf „Ich breche los“.“

2. Zoom the Broom

S: „Das könnte auf jedem Album sein.“

C: „Jau. Witziger Text, aber sonst ein bisschen unspezifisch.“

3. We‘ll bring the House Down

C: „Das ist das Schiri-Lied! „Ich weiß, wo dein Haus wohnt!“ [Singt laut und schlecht im Fußballstadion-Stil mit]

[S sucht auf seinem Handy die Originalversion heraus, die wir auch hören]

S: „ Echt witzig, voll in den Nitrogods-Stil übertragen. Der typische Doublebass.“

C: „Das kann man auch noch, oder vor allem, besoffen mitgröhlen. Kurzes, geiles Gitarrensolo.“

4. 415 DV

S: „Klingt ein bisschen schräg, irgendwie. Woher kennen wir das?“

C: „Beatsteaks?“

S: „Donots? Aber dann auch wieder typisch Nitrogods.“

5. Get Lost

C: „Das ist wieder so’n „Ich hasse jeden“-Lied, ne?“

S: „Erinnert mich an „Los Muertos“. Das wird auch irgendwie langsamer und dadurch so heavy.“

S: „Schönes Gitarrensolo!“

C. „Gut, dass du das sagst, ich kann das ja nicht schon wieder sagen.“

6. It’s not your Rock’n’Roll

S: „Da experimentieren die auch mit so Soundeffekten rum.“

C: „Wie dieser metallische Nachhall…“

S: „Normalerweise machen die das ja nicht so. Aber das gehört vielleicht zum Thema, die greifen ja so Bands an, die das immer einsetzen, und da sind auch mehr Gitarren als sonst. Das soll dann vielleicht auch sagen, so ernst nehmen wir das nun auch wieder nicht, und: Wir können das auch, klingt dann aber geiler!“

C: „Auch gerade weil mal so Sachen drin sind. Wie so’n Siebziger Jahre-Space-Nachhall.“

S: „Ich find’s jetzt richtig geil. Und auch wieder ein gutes Gitarrensolo.“

C: „Das kannst du aber jetzt nicht immer sagen.“

S: „Stimmt, dann müssen wir als Fazit sagen: „Insgesamt starke Gitarrensoli.“

7. Rebel Dayz

C: „Das titelgebende Lied. Aus der Kategorie: „Wir sind auch nicht mehr die Jüngsten.“

S: [blablabla geiles Gitarrensolo]

C: [fragt sich, was das mit Hennys Ego macht, wenn er das liest]

8. Blind As a Stone

C: „Ahh, DAS Lied. Mein Favorit im Moment. Beste Stelle: Die Gitarre direkt nach dem Chorus.“

[singen beide mit]

S: „Da transportieren die auch mal andere Gefühle, nicht nur Party-Saufen und Autos.“

C: „Könnte auch aus den frühen Achtziger sein. Sehr amerikanisch. Ein Ohrwurm. Wo andere Feuerzeuge hochhalten.“

9. Roadwork Ahead

S: „Ah, das Staulied, das diesen Boogie hat!“

10. Murder is a  Ritual

S: „Mörder-Bass!“

C: „Dann passt das ja!“

11. Walk the Track

C: „Thunderhead, oder?“

S: „Slide-Gitarre gefällt mir sowieso immer. Ja, das ist auch gut. Klaus treibt das mit dem Schlagzeug so nach vorn, dass macht das irgendwie frischer.“

12. The Haze

C: „Is voll Punk, ne?“

S: „Ich verstehe nix von dem, was Oimel da singt“

C: [Konsultiert das Textheft] „Welt am Abgrund. Menschheit verdammt.“

13. Go Fast

S: „Ist jetzt nix, was einen innovativ aus den Socken haut. Hier kriegt der Nitrogods-Fan, was er erwartet.“

14. Don’t Call my Name

S: „Das geht in die irische Richtung!“

C: „Clash! Wie bei „Stuttgart Calling“*! Klasse! Momentan mein zweiter Favorit“

*interne Bezeichnung für „Irish Honey“

Unser gemeinsames Fazit:

Viele typische, konzerttaugliche Nitrogods-Songs. Sie haben sich aber auch weiterentwickelt. Außer den Themen „Der Teufel hat meine Seele schon, gib her den Whisky“, „Geile Karre“ und „Die Alte geht mir sowas von auf den Geist“ auch andere Themen angeschnitten, wie zuvor auch schon mit „Zombietrain“, „Black Car Driving Man“ oder „Boogey Man“. Bei „Blind As a Stone“ wird auch mal die finstere Seite des Themas Alkohol gezeigt.

Insgesamt starke Gitarrensoli.

Mit „Blind As Stone“ ist eine regelrechte Ballade mit dabei, für mich ein richtiger Ohrwurm. Stefan fand „It’s not Your Rock’n’Roll“ besonders klasse und philosophierte noch länger über die „ironischen Effekte“.

PS: Wir hatten viel Spaß beim Hören – ein musikalisch und textmäßig vielseitiges Album. Wir sind sehr gespannt, wie es live klingt und freuen uns auf die Release Party am 22.06. im Pitcher, Düsseldorf!

Chrissy