Plattenkritiken von Thomas

Hallo Leute, der Thomas Müller hat für sein Whiskey-Forum zwei Plattenkritiken zu beiden Nitrogods-Alben verfasst, die ich euch nicht vorenthalten will!

Nitrogods

So, Leute. Heute wird Klartext geredet, und Klartext „getrunken“.
guter Stoff braucht guten Stoff, deswegen trinke ich jetzt einen 29J Bowmore Crom Scorpio, 50,2% aus 1982, nach einem New Castle Brownale.

Black Car driving man
Hell yeah, SO soll ein Album anfangen. “ Uh!“ , sagt der Sänger (Oimel)  und los geht’s. 3 Mann legen los, und wie sie auf ihrer Seite schreiben: 3 sind genug. Schlagzeug, Gitarre, Bass und Feuer frei. Textlich schön reingegriffen, leichter Schmutz, ebenso die Stimme des Sängers. Ach was, „leicht“….das ist SCHMUTZ! Hier wird nicht mit Zwischentönen gegeizt und satt am Tempo gezogen. Ein schönes Zwischensolo an der Leadgitarre und weiter geht’s. Sowas will ich als Opener auf nem Konzert, dann weißt du wo du bist, dann weißt du was du bekommst! Das Ding hat so viel Tempo, das dem 29 Jahre alten Whisky schwindelig wird.

Demolition inc.
Double-Bassrum, sauberer Basslauf, und Hu! macht es…..geil. Hier hab ich eine ganz eindeutige Assoziation zu Motörhead, aber trotzdem ist das Ding eigen, es ist eben nicht Motörhead. Auch das 2. Lied hängt am Gas, auch hier ist das Solo an der Leadgitarre ein gut gespielter Break, aber auch nach den Refrains immer wieder ein eingejaulter, geiler Sound. Nackenbrecherlied, ohne Heavy Metal zu sein, das ist für mich einfach Speedrocknroll.

At least i´m drunk
Blues. Ein mitsing-Lied, ein absolut geiler Text, that´s it. Der Sound geht sofort ins Ohr, nach 2 Mal hören kann man das Ding astrein mitsingen, und wenn man auf Whisky / Whiskey steht, sowieso. Ansonsten geht’s hier um die einfache Todesverachtung im Angesicht des goldenen Getränks und der Sorglosigkeit, das Leben so zu leben wie man Bock hat. Mit einem Augenzwinkern. So verstehe ich es zumindest. Sauguter Bluesrock, und wieder überzeugt der Sänger (Oimel) in dem er das einfach so rüberbringt das kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit besteht. Ein echter Ohrwurm. Ein gutes LIed um dem Whisky seine benötigte Ruhe zu geben. Ein absolut stimmiges Spiel zwischen Drums und Gitarre, der Bass bleibt hier satt aber sanft im Hintergrund. Ein Lied ebenso für die Gefallenen.

Gasoline
Hier singt der Gitarrist (Henny) und das LIed ist auch eher auf seine Stimme zugeschnitten. Noch mehr am Gas, und letztendlich geht’s ja auch genau darum. Leicht aggro heizen wir singend durch die City, den Whisky ham wa stehen gelassen, jetzt muss Bier her. Der Drummer triebt die Band, eine gesunge Absage an die Weltrettungsfraktion, und ich hör schon die humorlosen alle schreien „wie kann man nur…“ Vollgas mit einem V8, den Player voll aufgedreht und der Tank ist schneller leer als mein Bier….aber egal…Hauptsache es heizt….Hubraum ist nur zu ersetzen durch noch mehr Hubraum, so fühle ich das Lied !

Whisky Wonderland
saugeil, hahaha, wenn man seine „Alte“ erschiessen will muss man sich vorher wohl ne Pulle Whisky reinknallen, damit man unzurechnungsfähig ist, aber ob man dann noch zielen kann? Anscheinend schon, haha, der Text ist voller bösem, schwarzem Humor. Sauber ! Straighter Bluesrock, Wechselgesang zwischen dem Bassisten und dem Gitarristen, wobei letzterer den Wahnsinn super rüberbringt. Zwischen Blues und Bluesrock, mal langsam, mal schnell, mal ganz schnell, und denke kurz an einen der größten amerikanischen Dichter…an Al Bundy und seinen Psycho Dad. Die Harm passt in das Lied wie die Faust aufs Auge und der Wahnsinn nimmt zum Ende hin seinen Blues gewordenen Lauf.

Licence to play loud
Rock´n Roll, yeah, der Text dreht sich um den Bock auf Rock´n Roll, die Art das zu Leben und den Stress den man bekommen kann…..und der Sound ist entsprechend. Der Sound ist mir hier gar nicht so wichtig. Der ist gut, keine Frage, aber der Text gefällt mir einfach. Just about Rock´nRoll….

Lipsynchstars
Geil! Zum einen wieder der Text, der mit den Typen abrechnet die so tun als ob, zum anderen der Gitarrist der das aggressiv rüberbringt, bei gleichbleibendem, guten und unaufgeregt geilem Rock, und dann dieses verächtliche Ausspucken zwischendrin, das ALLES sagt. Leute, das ist es. So und nicht anders sind Typen wie ich, die gerne mal….sagen wir mal….Klartext reden. Und dann geht es fett rockend zu Ende. Sauber!

The devil dealt the deck
Schwer getragener Rock, mit Blueseinschlag. Von tief unten kommt der Song. Ich denke an ein völlig getragenes Ace of Spades, auch wenn das vielleicht den Nitrogods gegenüber nicht fair ist, denn es ist keine Kopie. Es ist ein eigenes Ding. Dennoch kommt mir die Assoziation. Der Song lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, und ermöglicht meinem Whisky den Weg zurück ins Glas. Nach den letzten heftigen Stücken hat er sich nicht mehr aus der Flasche getraut. Aber das ist genau die Musik für einen alten Whisky, den man zurückgelehnt mit einem zufriedenen Grinsen geniessen kann. Was für eine Stimme.

Rifle down
Rockabilly, spanisch/englisch der Text, gute Laune Song, um was es wohl geht…Whisky? Sex? Fehlt doch nur RocknRoll, oder? Und ist es dann auch. Ein Mitsing-Song. Auch wenn man kein Spanisch kann. Nach ein paar Bier ist das egal. Das Solo mittendrin wird sauber von gleichbleibendem treibendem Rock getragen.Sisteeeeeer…wont you put your rifle down…..yeah….sing…geil. Macht echt gute Laune. Das Ende allerdings ringt mir einen lauten Lacher ab, denn es fällt ein Schuss. War wohl nichts mit rifle down….hahaha.

Riptide
tja, da komme ich nicht so ganz dahinter, das ist das einzige LIed auf dem Album, das mich nicht richtig packt. Es ist ok, es gibt nichts negatives zu sagen, aber auch nichts was mich hier bewegt. Reine Geschmackssache, klar. Mag ja auch nicht jeder einen Bowmore Crom, mit dem ich den Song überbrücke…..na gut komm…..auch hier ist ein Solo drin, welches einfach angemessen gut ist. Das hier alle Instrumente komplett beherrscht werden ist eh seit dem 1. Song klar.

Wasted in Berlin
Schnell und hart, mit Fast Eddie Clarke (Ex-Motörhead). Ein Song der live garantiert gut geht, mitten rein, mitten in die Fresse, harte Soli, klarer treibender Rock, gute Drums, perfekt. Bier her, Platz da, leichter Pogo ist angesagt, und das Lied hat auch einen Ohrwurmfaktor. Kurz, hart, knackig – rein zum abgehen.

Zombietrain
Das Ding ist ja klasse. Ich weiß mit dem Text nicht viel anzufangen, trotzdem finde ich ihn geil, so als Story. Was für eine Stimme, die Double-Bassdrum untermalt das sauber, Westerngitarre?, Zombiegegöhle? whatever….mir fällt spontan der Fim „Vampires“ ein, dessen Titelmusik sehr geil war und mich hier in Auszügen kurz daran erinnert, aber wirklich nur ganz kurz, denn der Drummer lässt da nicht lange irgendeine Romantik aufkommen.

Was ? Schon Ende? hm…shit…..! Von mir aus könnte das noch 20 Stücke so weiter gehen. Was bleibt zu sagen…Black car driving man (und speziell wenn er singt Motherfucker for life!) nimmt mich RICHTIG mit und ich stelle fest: Alter Whisky war hier die falsche Wahl. Bier und schneller Stoff, Jack Daniels, das reicht. Das gilt für das ganze Album. Das ist Spaß , das ist Rock´n Roll- Hier MUSS ich den Kernsatz von Jörg zitieren: Rock´n Roll & Beersaufen forever! Besser kann man das Album nicht beschreiben. Als Drummer bin ich begeistert von dem Drummer, als Motörhead-for-Life-Fan bin ich begeistert von dem Bass und von Oimel (Sänger) und als Abgeher auf diese Art von Musik stehe ich total auf die Soli des Gitarristen! Ich kann also sagen: ich bin rundum bedient! DAS wiederum verdient einen alten Whisky. Slainte !

Rats & Rumours

Rats and Rumours
Ja! beginnt der Song, erinnert mich ganz kurz an einen Opener von Kevin, dieses “ Ja!“ und ich freu mich direkt, denn es geht sofort zur Sache. Klasse Riffs mittendrin, und Oimel ballert kompromisslos Bass und Stimme in den Song. Der Drummer ist der ruhende Pol, der Rest tobt sich gut aus, ein astreiner Rock´n Roll Song. Ein geiles live Stück! Ich liebe dieses „kick it“ …. …und die von Henny eingejaulten Riffs.
Sehr schönes Video dazu bei YouTube, old school. Der Jack in meinem Glas schwappt alleine vom Bass der durch den Raum dröhnt. – uh !

Got pride
„…i walk upright, like a man…“ damit ist schon zum Text alles gesagt. Der Song hängt noch mehr am Gas als der erste und der Drummer muss auch schon gut reinhauen, sattes Tempo. Mit Doublebassdrum und schnelles Soli an der Leadgitarre, wobei der Drummer hier echt abliefert. Der Sänger indessen verleiht diesen Nackenbrecher den nötigen Kopfdruck

Irish Honey
Ein Mitsing-Lied, Whiskeyhymne. Leichter Blues mit Ska Einschlag, ein schöner Basslauf, das ganze Lied über. Das Ding kann ich mir mal mit in den Keller nehmen zum mitdrummen, mitsingen kann ich es allemal. Gute Laune Song, und Bock auf Whisky.

Automobile
Hell, yeah, ein Lobgesang auf alte geile Karren, Prost, darauf ein fettes Bier. Henny im GEsang, Oimel mit seiner tiefen Stimme dazwischen, immer wieder wird am Gas gezogen und aus nomalem Takt wird Doublebass und wieder zurück und wieder Gas. Da dies ein purer Rockabilly-Song ist, da würde man glatt tanzen wollen, wenn man tanzen könnte, haha, aber datt Ding ist echt fett 50er! In schnell.

Damn right ( they call it Rock´n Roll)

Ich liebe Lieder die mit einem Bass starten, der so gespielt wird als wäre er eine Rythmusgitarre!
Hartrock-Rock´n Roll und ich gebe mal eine Zeile wieder “ it smells funny and it dont look nice…damn right, damn right….they call it rock´n roll“ Das Ding ist auf den Boden rotzen , mit dem Ärmel die Nase wischen, die Kanne ansetzen und rülpsen, bevor man weiter abgeht. Damn right! RocknRoll!

Nothing but Trouble (is free)
Singt der Mann an der Gitarre, Henny. Streitsucher Song, genau auf die …ja wie soll ich sage…leicht provokantt rotzige Stimme zugeschnitten. Ein sauguter Song, einer von der Art…..ich schweife ab zum Sabaton Konzert und sehe meinen Freund Jörg und mich plötzlich mitten im Stress….und wie wir uns hinterher einen grinsen….ehy..scheiss drauf,…..it´s only Rock´n Roll….der nächste bitte… …alles kann, nix muss. Der song treibt mich raus auf die Autobahn, treibt mich gedanklich an meine Abneigung eines gewissen Berufsstandes (ja ich weiß, die armen Kerle machen ja nur ihren Job….zb am Boden liegenden treten wie heute im Fernsehen beim Hallentunier gut zu sehen war…)…das ist gar nicht Ziel dieses Song und ist es doch, denn er regt einfach zum abdriften an…..weil der Sound auch einfach sich unterordnet und hier der GEsang Vorrang hat. Geiles Lied.

Back Home
uuuh…..der Text ist ….uh. Heimwehsong mit gleichermaßen gewachsener Angst was einen zh erwartet. Das gute daran ist aber, das der Sound kein Stück melancholisch ist, sondern straight und fett, Oimels Whiskystimme lässt mal wieder keine Zweifel daran aufkommen, was für Musik wir hier hören. Eventuell ein wenig zu verspielt. Andererseits, die Mitte ist irgendwie battlemäßig auch geil.

Dirty old man
Tja, Jörg mein Freund, damit meinen die DICH, ahahha, gut das ich sooo viel jünger bin…. Das ist wieder purer alter Rock´nRoll, mit diesen typischen ach watt ihr wisst doch watt ich meine!!! geil !! Geil für leichten Pogo wenn das live gespielt wird!

Ramblin´broke
Watt ein Blues, klasse. Gedanklich treibst du in nem fetten alten Amischlitten auf ner breiten Strasse mit gemäßigten 70 Sachen und hast das Radio voll auf. Henny singt das Ding wie ne Hymne an die Freiheit auf 2 oder 4 Rädern oder auf wieviel scheiss Rädern ihr auch immer wollt. Das ist ein Lied für ne entspannte Zigarette – wenn ich noch rauchen würde. Absolut geiler Song, vor allem das instrumentale Stück in der Mitte.

BMW
Eine Hymne an eben jene Marke, hier ist allerdings das Motorrad gemeint. Auf Oimels Bass befindet sich ein BMW Zeichen, ergo liegt hier ne grosse Liebe vor und mit eben solchen Feuer singt er das Lied.
Rockn Roll Tanzlied, auch live ein sicheres Stück. Scheisse, ich hab so Bock auf live……aber das dauert wohl noch.

Lite Bite
Das erste und einzige Lied auf dem Album das mir nicht so ganz zusagt, das ist …ok…einfach ok.

Nitrogods
Eine eigene Hymne hat schon was. Starker Beginn, geht ein wenig um ich sach ma…eine gewisse Ansicht von way of life. Geiler Rhythmus. Lässt sich im Refrain super mitgröhlen und ist ein Lied für ten beers later! yeah…start a fight !

Whiskey Supernova
Eine weitere Hymne , eine Lobpreisung an den goldenen Stoff…..und watt ne Supernova ist, dürfte ja wohl jeder wissen…..alles klar soweit…..fett, ganz fett endet dieses Album, mit amtlichem Tempo, Bassläufen, mitgröhl-Text, der Drummer holt noch mal alles raus. Klar, irgendwo wiedeholt sich das Thema Whiskey inzwischen immer wieder….so what. Ich krieg hier genau was ich brauche und wenn ich was anderes will, nehm ich mir ne andere Scheibe. Übrigens…das Ende ist dann echt die Supernova. Da wäre gerne noch ne Minute mehr gegangen oder zwei.

Danke an die Nitrogods, die dieses Album auch als Vinyl aufgelegt haben. Wie Jörg haargenau richtig sagt: Platten auflegen ist die rteinste Form des Musik hörens.

Auf der Cd ist dann noch ne Zugabe:
Vom ersten Album der KNALLER: Black Car driving man, live! Bah ist das geil! So rotzig, und ich LIEBE es, wenn Oimel seine Zwichenrufe macht und ist es auch nur ein „GO!“
Zweite Zugabe: WhiskyWonderland in einer Akkustikversion.

Fazit:
Hier stimmt für mich alles, hier fehlt mir nichts.

Thomas Müller

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